Projekte und Kooperationen
Bühl (kpm). Kooperationsprojekte haben in der Städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst einen hohen Stellenwert. Während sich manch andere Kommune von ihrer Musikschularbeit verabschiedet, hält die Stadt Bühl an der facettenreichen Struktur ihrer Bildungseinrichtung fest, die im 25. Jahr ihres Bestehens mehr denn je ihre Fühler nach weiteren Partnern ausstreckt. Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Schulen sowie den örtlichen Vereinen und Gruppen - so heißt das Ziel, das die städtische Musikschule offensiv angeht.
„Aufgrund der Einführung der Ganztagsschule im kommenden Jahr tun wir gut daran, uns als Kooperationspartner für die dann entstehenden Betreuungszeiten zur Verfügung zu stellen“, betont Musikschulleiter Bernd Kölmel. Der Wandel der Bildungsstruktur stellt die Musikschule einerseits vor große Herausforderungen, denn die Schüler werden durch den Regelunterricht auch nachmittags in Anspruch genommen, sodass die zeitlichen Spielräume für den außerschulischen Musikunterricht enger werden. Mit flexiblen Angeboten eröffnen sich jedoch andererseits auch Chancen einer langfristigen Zusammenarbeit als Partner der Schule. Ein Problem sind allerdings die Finanzen. Da vom Land keine Mittel zur Verfügung gestellt werden, ist die Musikschule auf Sponsoren angewiesen oder versucht, das Modell Klassenunterricht zu realisieren, in dem der Musikunterricht in den Unterrichtsablauf der Schüler integriert ist. Solche Projekte sind jedoch schon längst nicht nur Zukunftsmusik, vielmehr ist der Auftakt schon gemacht, wie ein Überblick der zahlreichen Kooperationsbemühungen zeigt, den die Schule für Musik und darstellende Kunst anlässlich ihres Jubiläums zusammengestellt hat.
So bestehen bereits seit März 2004 in Vimbuch und Weitenung je zwei Blockflöten-Klassenunterrichts-Kooperationen vormittags in der jeweiligen Grundschule. Ab dem nächsten Schuljahr werden die Musiklehrer auch in Eisental vor Ort sein und in die Bachschloss-Schule kommen. Dort gibt es bereits jetzt für die fünfte und sechste Klassen der Hauptschule eine Trommelbau-Percussion AG, die vom Lions-Club gefördert wird. Finanzpartner im Boot hat die Musikschule auch bei den Orff-Spielkreisen, die in der Grundschule Altschweier und in der Weststadtgrundschule angeboten werden. Hier finanzieren die Raiffeisenbank Altschweier beziehungsweise die Sparkasse Bühl die Personalkosten der jeweiligen Musikschul-Lehrkraft. Der Musikunterricht an den Schulen vor Ort, das ist für Bernd Kölmel ein ganz wichtiges Zukunftsmodell. Erreicht man dadurch doch neue Zielgruppen, sichert die musikalische Grunderziehung zu einem moderaten Preis und kann zudem Talente sichten. Kooperationen gibt es darüber hinaus mit der Lebenshilfe (Früherziehung und Ensemblearbeit für behinderte Kinder und Jugendliche) sowie mit dem Montessori-Kinderhaus (Instrumentalunterricht vor Ort).
Das neueste Projekt der Städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst ist der Musik-Garten für Kinder ab zwei Jahren. Musik kindgerecht vermitteln, heißt das Ziel in dieser Eltern-Kind-Gruppe, mit der die Musikschule in der musikalischen Früherziehung noch früher ansetzt als bislang üblich (vier Jahre). Weitere Projekte sind geplant, kündigt Musikschulleiter Kölmel an. So soll in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder und Familien ein Familienorchester für Jung und Alt aus der Taufe gehoben werden. Ferner sind Rhythmik- und Musikangebote speziell für Senioren vorgesehen. Bernd Kölmel: „Wir hoffen, dass wir dadurch neue Interessentengruppen für die Musikschule gewinnen können.“
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Acher- und Bühler Boten.